Manchmal braucht es nur ein paar Takte Musik, ein vertrautes Bild auf der Leinwand oder eine gemeinsame Erinnerung – und plötzlich ist alles wieder da. Am 26. September 2026 wurde die Autalhalle in Niedernhausen für uns noch einmal ein kleines Stück Kapstadt. Beim „Kapstadt Revival“ haben wir gemeinsam auf unsere Konzertreise 2025 zurückgeblickt, Musik aus den vergangenen Monaten wieder aufleben lassen und einen Tag erlebt, an dem unglaublich viele kleine Dinge zu einem ganz besonderen Ganzen wurden.
Bevor das erste Instrument erklang...
...war in der Autalhalle schon seit dem Vorabend und dem frühen Samstagmorgen einiges los. Die Technik- und das Orga-Team bauten Anlagen, Bestuhlung, Pultleuchten, Banner und vieles mehr auf. Eine besondere Herausforderung: Aus einer hellen Sport- und Veranstaltungshalle sollte bis zum Abend ein stimmungsvoller Konzertsaal werden. Also wurde verdunkelt, Licht eingerichtet, die große Leinwand vorbereitet und die Technik für Videos, Moderationen und Konzert abgestimmt.
Auch im Foyer entstand nach und nach unsere kleine JO&F- und Kapstadt-Welt. Neben unserem Merchandise – dieses Mal auch mit einigen neuen Artikeln – gab es dort viele Erinnerungen an unsere Südafrika-Reise zu entdecken: viele Fotos, einen Globus mit den Flugrouten, eine große Karte von Kapstadt und Umgebung mit den Orten und Geschichten unserer Reise und natürlich einige unserer T-Shirts mit den ganz persönlichen Motiven der verschiedenen Instrumentengruppen.
Und weil ein solcher Tag nicht nur aus Musik besteht, war auch für die Verpflegung gesorgt: Feinkost Dittmann begleitete uns mit Kaffee-Ecke, Mittagessen und Snacks durch den langen Konzerttag.
Noch einmal gemeinsam proben
Für das Orchester begann der musikalische Teil um 10 Uhr. Stimmen, Soundcheck – und dann ging es noch einmal intensiv durch das Programm. Nach der Mittagspause folgte am Nachmittag die Generalprobe, diesmal bereits mit Moderationen, Videos, Leinwand und Technik.
Damit wurde aus vielen einzelnen Bausteinen langsam das, was das Publikum wenige Stunden später erleben sollte.
Kurz nach 17 Uhr öffneten sich schließlich die Türen. Während im Foyer noch Erinnerungen angeschaut, Merchandise entdeckt und erste Gespräche geführt wurden, nahm das Orchester im Saal seine Plätze ein.
Und dann: Licht aus.
Kapstadt Revival
Der Konzertabend begann genau dort, wo viele unserer Gedanken noch immer hängen: bei unserer Kapstadt-Reise. In kurzen Video-Interviews erzählten Spielerinnen und Spieler, die damals mitgereist waren, von ihren ganz persönlichen Erinnerungen – von besonderen Momenten, Begegnungen und Erlebnissen, die bis heute geblieben sind. Danach ging es direkt mit „The Magnificent Seven“ musikalisch los.
Gleichzeitig war dieser Abend aber nicht nur ein Rückblick: Inzwischen sind auch viele neue, zum Teil noch sehr junge Musikerinnen und Musiker Teil unseres Orchesters, die die Kapstadt-Reise selbst nicht miterlebt haben. Wir haben uns riesig gefreut, sie bei ihrem ersten großen Konzert mit uns dabeizuhaben – und wünschen ihnen, dass sie im JO&F mindestens genauso viele besondere Erlebnisse, Freundschaften und Erinnerungen sammeln werden, wie wir sie unter anderem in Kapstadt erleben durften.
Nach der Begrüßung durch Apostel Gerd Kisselbach führten Lara Wildermuth und Ingo Bürger durch ein Programm, das ganz unterschiedliche Seiten des JO&F zusammenbrachte: Filmmusik, geistliche Werke, bekannte Orchesterstücke und natürlich Musik, die untrennbar mit unserer Kapstadt-Reise verbunden ist.
Für das Orchester war der Abend zugleich eine Premiere: Es war das erste Konzert unter der musikalischen Leitung von Adrian Stommel. Auch Jonas Imhof und Thomas Schmidt, die gemeinsam mit ihm das neue musikalische Leitungsteam bilden, übernahmen im Laufe des Abends das Dirigat.
Mit „Genesis“, „The Lion King“ und „Remember“ ging es zunächst musikalisch zurück in die vergangenen Projekte. Anschließend wurde es auf der großen Leinwand noch einmal ganz konkret: Unser Kapstadt-Film nahm das Publikum mit nach Südafrika – zu den Menschen, Orten und Momenten, die unsere Reise im April 2025 so besonders gemacht haben.
Nach 17 Minuten Kapstadt auf der Leinwand ging es fast nahtlos emotional weiter: Mit „Senzenina“ sangen wir eines der Stücke, die uns von der Reise besonders in Erinnerung geblieben sind. In Kapstadt war es Teil eines Medleys des südafrikanischen Jugendchores gewesen – bei unserem Revival übernahm Pascal Hugo den Solopart.
Auch danach blieb das Programm vielseitig: „Christus Factus Est“, „Herz und Herz“, die Musik aus „Harry Potter“ und „Sigurd Jorsalfar“ zeigten ganz unterschiedliche Klangfarben des Orchesters. Bei „Jauchzet und singet“ wurde aus dem Publikum schließlich selbst ein Teil des Programms.
Gemeinsam musizieren – gemeinsam helfen
Der Abend sollte aber nicht nur Erinnerungen zurückbringen, sondern auch etwas Neues bewirken.
Unter dem Motto „Gemeinsam musizieren – gemeinsam helfen“ stand unser Konzert deshalb zugleich im Zeichen eines Bildungsprojekts in Quipungo in Angola. Dort wird eine Grundschule gebaut, um Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Die Neuapostolische Kirche Westdeutschland unterstützt das Projekt im Rahmen der Initiative #jugendbewegt; über den Förderverein Jugendorchester e.V. sammelten wir an diesem Abend Spenden dafür.
Videogrüße von Apostel Otten und Bezirksapostelhelfer Misselo stellten noch einmal die Verbindung über Ländergrenzen hinweg her. Auch Fabian Reichart, Leiter des Referats Kirchenmusik, blickte in seinem Wortbeitrag auf die musikalische Jugendarbeit in der Gebietskirche, die Kapstadt-Reise und auf die Begegnungen zurück, die durch solche Projekte möglich werden.
Und die Spendenbereitschaft war groß: 5.600 Euro kamen rund um das Konzert für den Schulbau in Quipungo zusammen. Vielen, vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!
Von „Majesty“ bis „Feuerfest“
Natürlich ging es danach weiter mit Musik. „Majesty“, der IJT-Song mit Hannah Roß als Solistin und „Conquest of Paradise“ führten in den letzten Teil des Abends.
Auch der Förderverein Jugendorchester e.V. nutzte den Konzertabend, um einen kurzen Einblick in seine Arbeit zu geben – und bereits einen kleinen Blick vorauszuwerfen: 2027 gibt es schließlich etwas zu feiern. Dann wird JugendOrchester & Friends 25 Jahre alt.
Mit „Avengers“ näherte sich das offizielle Programm schließlich seinem Ende. Ganz vorbei war der Abend damit natürlich noch nicht: Nach dem Applaus durfte eine Zugabe nicht fehlen. Bei „Feuerfest“ bekam schließlich noch ein eher ungewöhnliches Soloinstrument seinen großen Auftritt: den Amboss spielte Burkhard Schmitt, ehemaliger musikalischer Leiter des Orchesters. Damit ging ein Konzert zu Ende, das für uns viel mehr war als nur ein weiterer Auftritt.
Es war Wiedersehen, Rückblick und Neustart zugleich.
Kapstadt lässt sich nicht zurückholen. Aber für ein paar Stunden waren die Musik, die Bilder, die Menschen und viele der Gefühle wieder ganz nah.
Danke!
Ein solcher Tag funktioniert nur, wenn sehr viele Menschen mit anpacken – sichtbar und unsichtbar. Deshalb gilt unser Dank allen, die aufgebaut, verdunkelt, geschleppt, gefahren, verkabelt, gefilmt, fotografiert, moderiert, dirigiert, organisiert, verpflegt, verkauft, dekoriert, gespendet und natürlich musiziert haben.
Und vor allem: Danke an alle, die diesen Abend gemeinsam mit uns erlebt haben!
📸 Noch einmal eintauchen? In unserer Bildergalerie findet ihr viele Eindrücke von der Probe, den Vorbereitungen und dem Konzert: https://jessik.smugmug.com/Events/JOFriends-Website/Probe-und-Konzert-JOf-Kapstadt-revival-26926/n-g9sMts
🎬 Kapstadt noch einmal erleben: Auch den Film, den wir während des Konzerts gezeigt haben, könnt ihr euch online noch einmal ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=L8SC3Wwb0Vc
26. September 2026
Text:
Maria Kern
Fotos:
Jessica Krämer
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