„In der von der Masakhe Foundation betreuten Einrichtung kommen Kinder nach der Schule zusammen, um ihre Hausaufgaben zu machen, zu lernen und Zeit miteinander zu verbringen. Die Teilnehmer unserer Reise haben im Vorfeld Schulmaterial gesammelt und nach Südafrika mitgebracht. Hefte, Stifte und andere Dinge, die für uns in Deutschland alltäglich und absolut selbstverständlich sind, für die Kinder dort aber etwas ganz Besonderes darstellen. Beim Verteilen dieser Geschenke konnte man die pure Dankbarkeit eines jeden Kindes in seinen Augen erkennen.“
In einem von über 140 After-School-Safe-Spaces konnte das Jugendorchester & Friends mithilfe der Initiative „Jugend bewegt“ ein Stück Sicherheit und Zukunft unterstützen. Im April 2025 machte sich das Orchester mit 300 Jugendlichen auf den Weg nach Kapstadt. Zuvor sammelten alle von Ihnen Hefte, Stifte, Blöcke, Klebstifte und vieles mehr, die noch eine wichtige Verwendung finden sollten.
Im Koffer verstaut hatten sie also zu Beginn der Reise viele Schulartikel, Instrumente und eine Mission:
Gemeinsam mit „Jugend bewegt“, einer Initiative der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, konnten sie ein Projekt der Masakhe Foundation der NAC Southern Africa unterstützen, welches dazu dient, Kindern und Jugendlichen in einer besonders von Gewalt, Kriminalität und Drogenmissbrauch gezeichneten Gegend nahe Kapstadt einen sicheren Ort zum Lernen und Spielen zu bieten.
„Schon die Fahrt dorthin hat uns tief bewegt. Wir fuhren durch Gegenden, in denen Armut allgegenwärtig ist. Kleine, kaputte Blechhütten, staubige und vermüllte Straßen, viele arme Menschen ohne echte Aufgabe auf engstem Raum. Man konnte spüren, dass wir in einer nicht ganz ungefährlichen Gegend sind und Unsicherheit machte sich breit. Schließlich erreichten wir eine umzäunte und bewachte Einfahrt, die einen Ort verbirgt, der für viele Kinder aus der Umgebung eine ganz besondere Bedeutung hat.“
In den Räumlichkeiten der Masakhe Foundation in Leiden, Delft werden die Schüler bei Ihren Hausaufgaben unterstützt. Sie bekommen beispielsweise Englisch-, Mathematik- und Musikunterricht. Zudem werden auch außerschulische Kompetenzen, wie technologisches Verständnis, ökologisches Bewusstsein oder das Übernehmen von verantwortungsvollen Aufgaben für seine Mitmenschen vermittelt.
„Besonders beeindruckt hat mich der Matheunterricht für die älteren Kinder. Einen richtigen Klassenraum gibt es dort nicht, deshalb fand der Unterricht in der umfunktionierten Umkleide und Sammeldusche der ehemaligen Turnhalle statt. Zwischen Fliesen und Bänken wurde gerechnet, erklärt und nachgedacht. Trotz der einfachen und für Matheunterricht eher untypischen Umgebung (für uns, die in Deutschland in geordneten Klassenräumen unterrichtet werden, war es eine sehr skurrile Vorstellung, in einer Umkleide Kurvendiskussion und Wahrscheinlichkeitsrechnung zu üben) waren die Jugendlichen mit großer Konzentration dabei. Es war bewegend zu sehen, wie ernsthaft sie die Gelegenheit zum Lernen nutzten. Man konnte spüren, dass sie die Chance etwas aus ihrem Leben zu machen und möglicherweise der Armut und damit einhergehenden Kriminalität, die wir auf unserer Anfahrt gesehen haben, entfliehen zu können, sehr ernst nahmen.
Ganz anders, aber ebenso berührend war der Moment bei den kleineren Kindern. Sie saßen dicht zusammen und lauschten gespannt, als ihnen vorgelesen wurde. Die Ruhe und Aufmerksamkeit in diesem Raum haben gezeigt, wie wertvoll solche gemeinsamen Momente sind.
Ein Bild hat sich mir besonders eingeprägt: die Essensausgabe am Nachmittag. Geduldig und ordentlich standen die Kinder in einer langen Schlange. Jeder bekam ein einzelnes Toast-Brot und ein Glas Orangensaft. Es war eine einfache Mahlzeit, aber sie wurde mit großer Dankbarkeit angenommen.“
Neben den Sachspenden, die vor Ort abgegeben wurden, war auch das Konzert des Jugendorchesters & Friends in der GrandWest Arena vor 5.000 Zuschauern dem Spendenzweck der Masakhe Foundation gewidmet. Am Ende des Konzerts wurden 5.000€ (umgerechnet ca. 100.000 ZAR) in Form eines Schecks an Bischof February, verantwortlich für die Masakhe Foundation, übergeben.
Er schreibt dazu: „we are totally happy and overwhelmed with the musical rendition and the donations from the Young People of NAK West Germany, at our after care centre in Cape Town. Thank you for your ongoing support. May God always bless your plans into the future.“
Von dieser Spende finanziert wurden Spiele und Unterrichtsmöbel, wie Tische oder Tafeln. Sowie Pflanzerde, Blumen und insbesondere neue Tablets zum Lernen. So können die Nachmittage der Jugendlichen und Kinder gefüllt werden, mit Erinnerungen und Erlebnissen, die Träume entstehen lassen, aus denen eines Tages hoffentlich Realität wird.
Auf der Rückreise befanden sich in den Koffern kein Heft und kein Wasserfarbkasten mehr. Dafür war das Gepäck der Jugendlichen gefüllt mit Liebe, Freude, einem gestärkten Glauben und Dankbarkeit – Dinge, die so bedeutsam sind, dass keine Kofferwaage dieser Welt sie hätte erfassen können.
„Für mich war dieser Besuch ein wirklich einschneidendes Erlebnis. Zu sehen, mit wie wenig Mitteln dort so viel Engagement und Fürsorge für die Kinder entsteht, hat mich tief berührt. Dieser Ort ist für viele von ihnen weit mehr als nur ein Platz für Hausaufgaben. Es ist ein Ort der Gemeinschaft, des Lernens und der Hoffnung.
Wir sind mit vielen Eindrücken zurückgekehrt. Und mit der Gewissheit, dass selbst kleine Gesten wie ein Heft, ein Stift, ein vorgelesenes Buch oder einfach Zeit viel bewirken können.“
- Erfahrungsbericht von Lukas Glißmann, moderiert von Sarah Roß -
13. April 2026
Text:
Sarah Roß
Fotos:
Jessica Krämer
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